Dresden macht gesellschaftlichen Zusammenhalt zum Hauptthema

„Deshalb habe sich Dresden auch dazu entschieden, den Weg zum gesellschaftlichen Zusammenhalt als Hauptthema für die Bewerbung als Europas Kulturhauptstadt 2025 zu wählen.“ – Spannendes und richtiges Thema, nur allein mit einem weiter so in Wirtschaft und Politik und dafür ein paar Straßenfesten für Demokratie werden wir unsere gesellschaftlichen Probleme nicht lösen. Ich empfehle zur Lektüre: Postkapitalismus.
Grundrisse einer kommenden Ökonomie. (Paul Mason).

„Keinem der hier behandelten Propheten des Postkapitalismus ist das gelungen [,eine Alternative schlüssig darzulegen, Anm.] […] Aber gibt es wirklich niemanden, der den von der Information heraufbeschworenen Zusammenbruch des Kapitalismus vorausgesehen hat? Was, wenn jemand vorausgesagt hätte, dass die Möglichkeit, Preise festzulegen, verloren geht, wenn Wissen kollektiv verteilt und auf Maschinen übertragen wird? Wir würden eine solche Person vermutlich als Visionär preisen. Und tatsächlich gibt es diese Person. Ihr Name ist Karl Marx.“

In diesem Sinne #KarlMarx2025

[09/2017] aktueller Stand der Bewerbung

Es gab länger kein Update. Daher also zum aktuellen Stand der Bewerbung von Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025.

  • In den letzten Monaten und den verschiedensten Runden: Viele Diskussionen zu möglichen Themen der Bewerbung
  • Am 12.9. wird der Programmrat einen ersten Vorschlag zu inhaltlichen Schwerpunkten diskutieren
  • Wenn die wesentlichen Punkte stehen, müssen diese mit Leben, Vorschlägen, Ideen und Projekten gefüllt werden (wahrscheinlich beginnend zum Jahreswechsel 2017/2018)
  • Anfang 2019 erstes Finale: Denn in Q1/2019 wird der Stadtrat das Konzept nochmal bestätigen
  • Ende 2019 das zweite Finale: Das bid-book (unsere Bewerbung) muss bei der Jury eingereicht werden
  • Gibt es dann ein okay, haben wir nochmal ein wenig Zeit das Konzept besser zu machen; 2021 wird dann die Europäische Kulturhauptstadt 2025 aus den verbliebenen Bewerbern bestimmt

Konferenz der Konkurrenten

Europäische Kulturhauptstadt #Chemnitz2025. Dresden lädt ein zur Konferenz der Konkurrenten! Da sind wir dabei. Wer kommt mit?

Wann: Donnerstag, 21. September 19:30 – 22:00
Wo: Kulturpalast Dresden (Schloßstr. 2, 01067)

Programm

19.30 Uhr
Eröffnung der Konferenz der Konkurrenten durch den Oberbürgermeister Dirk Hilbert

19.40 Uhr
Warm up: Lernen aus den Erfahrungen der europäischen Kolleginnen und Kollegen, Vorträge (20 Bilder in 6 Minuten & 40 Sekunden)

Wie kann der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ nachhaltig eine Stadt prägen und verändern? Das Beispiel Marseille-Provence 2013

Die positiven Wirkungen des Bewerbungsprozesses zur Europäischen Kulturhauptstadt auf eine ländliche Region am Beispiel der „Countryside Metropolis“ – Sønderborg 2017

Die politische Dimension des Bewerbungsprozesses zur Europäischen Kulturhauptstadt in einer europaskeptischen Region am Beispiel von „Kalamata Rising“ – Kalamata 2021

Waiting for Europe… Eine britische Europäische Kulturhauptstadt nach dem Brexit – ist das möglich? Erwartungen & Widersprüche

Mehr Infos:

dresden.de

Facebook

Das heilige „bid book“

Alle Bewerberstädte um den Titel Europäische Kulturhauptstadt müssen das sogenannte bid book ausfüllen.

Formal ist dieses Buch die Grundlage der gesamten Bewerbung, auf dessen Grundlage die Jury entscheidet, ob eine Stadt die Vorauswahl besteht (im Fall von Chemnitz Ende 2019) bzw. Kulturhauptstadt wird.

Die erste und wohl wichtigste Frage lautet:
Why does your city wish to take part in
the competition for the title of European
Capital of Culture?

Wir alle, inklusive der Stadt Chemnitz, stehen noch am Anfang dieses Prozesses, also mach mit!

Hier gibt es eine aufgearbeitete Version der Fragen in deutsch, hier das EU-Papier in Englisch.

Ein gelungenes Beispiel: Making Waves der Stadt Galway.

Zu unsrem Treffen am Donnerstag, den 27.7., 19 Uhr, Ort: Kultur.RAUM werden wir uns mit dem bid book beschäftigen.

Halle bewirbt sich nicht als Kulturhauptstadt

Der MDR berichtet:

Halle wird sich nicht um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ bewerben. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Für Halle wäre es der zweite Bewerbungsversuch als Kulturhauptstadt gewesen. Doch nach Unstimmigkeiten im Vorfeld sieht der Stadtrat von einer erneuten Bewerbung ab.

 

 

Kulturhauptstadt 2025: Mitbewerber Hannover

In Hannover ist überhaupt gar nix klar, nicht einmal eine Mitarbeiterin des Kulturbüros konnte sagen, ob und wann über eine Bewerbung entschieden wird (laut Homepage: im ersten Quartal 2017).
Außer einem sehr interessanten Artikel der HAZ scheint es also nicht viel zu geben. Das ist in so fern bemerkenswert, als dass der Zeitplan ziemlich eng wird.

Genauso wie Halle so scheint auch die Stadt Hannover – zumindest bisher – kein ernstzunehmender Konkurrent zu sein.

Kulturhauptstadt 2025: Mitbewerber Halle (Saale)

In Halle ist mensch sich noch nicht sicher, wie es weitergehen soll. Erst im Juni 2017 wird endgültig entschieden, ob eine Bewerbung ansteht und daher sind offizielle Aussagen oder gar Konzepte ziemlich rar.

Immerhin holt sich die Stadt Expertise von einem, der wissen muss, wie es geht: Oliver Scheytt. Die Mitteldeutsche Zeitung weiß zu berichten: „Er war der Macher nicht nur bei jener Kampagne, die Essen und der Region Ruhr 2010 den Europa-Titel eingebracht hatte, sondern auch der Manager dessen, was im Kulturstadtjahr im „Pott“ dann tatsächlich gelaufen ist. “

Jedenfalls bereitet gerade ein Kulturhauptstadtbeirat die Ideen für Juni vor und eh dieses Konzept nicht vorliegt, gibt es wenig zu berichten.

Kulturhauptstadt 2025: Mitbewerber Dresden

Bürgerbeteiligung

Bis zum 28. Februar 2017 konnten Interessierte ihre Ideen und Anregungenüber die Kulturhauptstadtbriefkästen und eine Online-Plattform der Stadt zukommen lassen, dabei sind etwa 500 Beiträge  eingegangen. Diese Ideen werden „geprüft“ und beim weiteren Bewerbungsprozess berücksichtigt.

Dabei wurden einige spannende Fragen diskutiert:

  1. Was ist für sie Kultur?

  2. Welche Stärken sollte Dresden in die Bewerbung einbringen?

  3. Welche Schwächen müssen wir überwinden?

  4. Welche Ideen haben sie?

Die Kommentare aus dem Online-Bereich sind recht ergiebig und hier einsehbar. Dennoch ist die Beteiligung irgendwo im Promillebereich anzusiedeln?

Es gibt bereits einige andere konkrete Ansätze: Der Kulturhauptstadtcontainer soll im Stadtgebiet umherwandern und über das Projekt berichten, keine schlechte Idee. Auch die 10 x 2025 Euro für Projekte im Jahr 2017, quasi zur Einstimmung, können coole Ideen ermöglichen.

Und jüngst startete die Landeshauptstadt ihre Plakatkampagne:

Förderverein Kulturhauptstadt Dresden 2025

Gegründet am 6. Februar 2017 ist der Verein noch relativ jung. Vorsitzender ist übrigens Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseums Dresden. Die Gründungsmitglieder sind ein ziemlich bunter Haufen der Etablierten. Sehr viel mehr ist bisher aber nicht zu erfahren. Hier findet ihr die „Homepage“ des Vereins.

Europäische Dimension

Wie wichtig Europa der Europäischen Union – der Preisstifterin – ist, lässt sich vielleicht erahnen. Und zu Recht: Es gibt zwar einiges zu kritisieren, aber die EU ist ein Friedensprojekt, welches hoffentlich sehr lange halten möge.

Aber zurück zur Connection Dresden # EU:

Dresden befindet sich weder geografisch noch ideell im Zentrum Europas. Die Stadt ist aber sowohl historisch als auch gegenwärtig nicht denkbar ohne ihre Verwobenheit in ein Geflecht aus Beziehungen zu den Nachbarstädten in Europa. […]
Die Bewerbung wird daher keine zentralistische und hierarchische Vorstellung von Europa befördern und die Kultur Mitteleuropas nicht als Norm- und Leitkultur auffassen und propagieren. Vielmehr wird sie den historischen und gegenwärtigen Reichtum Mitteleuropas, der in den immer schon bestehenden Interkulturen, Begegnungen, Vermischungen und Relationen besteht, hervorheben.
Die auf diese Weise europäisch geprägte Identität der Einwohnerinnen und Einwohner Dresdens findet eine Entsprechung in einer im Stadtgebiet lokal sehr kleinteiligen verankerten Identität. Es bestehen stark ausgeprägte lokale Identitäten in den Stadtteilen, alten Ortskernen und Wohngebieten.

Ich möchte fast wetten, dass hier ein*e Absolvent*in der Kulturwissenschaft geschrieben hat 😉 Aber mal im Ernst: Die Jury legt den größten Wert auf die europäische Dimension der Bewerbung! Durch Europa geprägt zu sein, und zu meinen, das findet sich in den Stadtteilen wieder, reicht da bei weitem nicht!

Was sonst noch so?

Mir ist aufgefallen, dass viele Akteure der Stadt die Bewerbung zur Kulturhauptstadt in einem Atemzug mit Pegida nennen. Um sich abzugrenzen. Und zu zeigen, wie bunt doch eigentlich alle sind.

Außerdem, cooler move, lädt Dresden vom 21.9.-23.9.2017 zur Konferenz der Konkurrenten ein.

Das liebe Geld

Dresden plant zwischen 2016 und 2020 im wesentlichen für die Erarbeitung der Bewerbung 1,75 Mio. Euro auszugeben. Die Stadt hat laut Konzept 1,5 Stellen geschaffen.

Zum Vergleich: Chemnitz hat 1,2 Mio. Euro eingeplant.

Hier der Stadtratsbeschluss und das Konzept.